{"id":1217,"date":"2016-07-21T16:58:19","date_gmt":"2016-07-21T14:58:19","guid":{"rendered":"http:\/\/ilst20.de\/?p=1217"},"modified":"2016-09-19T15:08:56","modified_gmt":"2016-09-19T13:08:56","slug":"das-vierte-semester","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ilst20.de\/?p=1217","title":{"rendered":"Das vierte Semester"},"content":{"rendered":"<p>Im Februar geschah alles rasend schnell &#8211; auf einmal standen wir in der LFT und hatten Unterricht im Startercourse, den wir alle erfolgreich absolvierten. Nach diesen <a href=\"http:\/\/ilst20.de\/?p=826\">eindrucksvollen Wochen<\/a>\u00a0fing im M\u00e4rz dann auch das regul\u00e4re Semester des Hochschulstudiums an.<br \/>\nDer Aufbau unseres Studiums sieht vor, dass ab dem vierten Semester in Teilzeit studiert wird, denn jeden Donnerstag und Freitag sind wir an der Flugschule f\u00fcr Theorieunterricht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am <strong>Montag<\/strong> einer jeden Woche hatten wir das Gl\u00fcck, uns mit <strong>RTFR<\/strong>, also Regelung- und Flugregelungstechnik, auseinanderzusetzen.<br \/>\nHierbei f\u00fchrte uns der bereits bekannte, modische Professor (rot-blau geht immer!), der jeden Trend mitmacht und inzwischen unter die Pokemontrainer gegangen ist, in die Welt der Regler, der Steuerungen und der P-, I-, D- oder gleich alles zusammen: PID-Glieder.<br \/>\nDas war f\u00fcr einige m\u00fchsam, f\u00fcr andere durchaus spa\u00dfig. Worauf muss bei einer Reglerauslegung geachtet werden? Ist es vertretbar, wenn ich meinen Ofen auf 300 \u00b0C einstelle, er aber kurzzeitig die 600 \u00b0C \u00fcberschreitet, um den Regelwert von 300 \u00b0C zu erreichen? Oder ist es sinnvoll 45 Minuten zu warten, bis der Ofen den Wert 260 \u00b0C erreicht, obwohl der Sollwert unver\u00e4ndert bleibt?<br \/>\nWie erkennen Flugzeuge kurzfristige Windver\u00e4nderungen vor dem Fl\u00fcgel? Wie kann man darauf pr\u00e4ventiv reagieren? Und ist diese Frage\u00a0nicht ein Widerspruch in sich?<br \/>\nIn der zweiten Semesterh\u00e4lfte entwickelten wir eine A380 in Simulink. Die Triebwerke, Kinematik, Aerodynamik, Stellendynamik aber auch die Regelung und Steuerung der A380 wurden wochenlang ausgearbeitet und verbessert, sodass sie letztendlich auf Mausklick und Tastaturdruck perfekt reagierte und jeglicher Eigenwille unserer Kreation gebrochen wurde.<\/p>\n<p>F\u00fcr einen gro\u00dfen Teil des Kurses bedeutete <strong>Montag<\/strong>\u00a0leider auch: <strong>Thermodynamik!<\/strong><br \/>\nDenn das verpatzte Modul aus dem zweiten Semester musste ja irgendwann\u00a0nachgeholt werden. Trotz\u00a0neuer Besetzung des Dozenten, was den\u00a0Problemen vom letzten Mal nur sehr bedingt zutr\u00e4glich war, konnten viele von uns das Modul\u00a0Thermodynamik abschlie\u00dfen &#8211; und das teilweise gar nicht mal so schlecht.<\/p>\n<p><strong>Dienstags<\/strong> ging es dann an <strong>Simulatortechnik<\/strong>.<br \/>\nDieses Modul wurde von einem Dozenten\u00a0durchgef\u00fchrt, der bis vor Kurzem noch im DLR gearbeitet hat und nun die Forschung und Entwicklung auch im ILST einkehren lies.<br \/>\nAlle Studenten wurden in Gruppen zu je 6 Mitgliedern\u00a0eingeteilt, die jeweils\u00a0ein Teilmodul der\u00a0Gesamtaufgabe des Semesters erhielten, was in den 15 Wochen zur Perfektion programmiert werden musste: die flugf\u00e4hige Simulation eines Flugzeugs unter anderem im Cockpit des <a href=\"http:\/\/www.iat-bremen.de\/forschung\/aviation\/flight-simulators\/737-flugsimulator\/\">737-Projekts des IAT Bremen<\/a>. Dazu gab es folgende Aufgabenverteilung:<\/p>\n<ul>\n<li>Anzeigen: Das Navigation Display f\u00fcr das Cockpit programmieren<\/li>\n<li>Environment: Die Darstellung der Umgebung sicherstellen sowie Wind und Boden definieren<\/li>\n<li>Hardware: Die Ansteuerung der Cockpithardware<\/li>\n<li>Flugmodell: Die Erweiterung des Flugmodells aus RTFR um Fahrwerk und Klappen<\/li>\n<li>Gesamtintegration: Sicherstellung, dass alle Programme laufen<\/li>\n<li>Dispatcher: Zentralen Datenknoten programmieren<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese Module mussten am Ende\u00a0als Einheit einen flugf\u00e4higen Simulator erzeugen, mit dem der Dozent dann von Braunschweig nach Frankfurt fliegen kann.<br \/>\nDiese Arbeiten mussten nat\u00fcrlich\u00a0dokumentiert werden. Am Ende flog unser Airbeing 780 ganz pr\u00e4chtig und sorgte f\u00fcr massenhaft gute Noten.<\/p>\n<p><strong>Mittwochs<\/strong> war Tag des <strong>Luftverkehrswesens<\/strong>. Unser Dozent ist Angestellter am Flughafen Bremen und konnte viele Geschichten aus dem Flughafenalltag mit dem Lehrinhalt des Moduls verkn\u00fcpfen, sodass wir viele Einblicke in das Flughafenwesen erhalten konnten.<br \/>\nDas Modul selbst behandelte rechtliche Fragen: Wessen Recht gilt an Bord eines deutschen Flugzeuges \u00fcber Kanada? Welche Organisation regelt die SARPS, und was sind SARPS? Aber auch Fragen \u00fcber den Sicherheitsaufbau eines Flughafens, also Dinge wie Airside, Landside und Bauschutzbereich konnten gekl\u00e4rt werden.<br \/>\nInsgesamt ein eher trockenes Modul mit einigen\u00a0\u00dcberschneidungen mit der Flugschule, das aber mit Engagement in insgesamt 7 Vorlesungen blendend an alle\u00a0anwesenden Studenten vermittelt wurde. Eine Flughafenf\u00fchrung geh\u00f6rte nat\u00fcrlich zum Programm!<\/p>\n<p>Genauso abrupt, wie das Semester anfing,\u00a0war\u00a0es dann auch schon wieder\u00a0vorbei. Wir haben den ganzen Juli \u00fcber frei. Genug Zeit also, um uns zu erholen und die ersten internen Flugschulpr\u00fcfungen im September vorzubereiten.<br \/>\nDenn trotz vorlesungsfreier Zeit bis Anfang Oktober startet die Flugschule mit 5 Tagen Unterricht die Woche bereits im August &#8211; was uns ein fettes Grinsen ins Gesicht zaubert!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Februar geschah alles rasend schnell &#8211; auf einmal standen wir in der LFT und hatten Unterricht im Startercourse, den wir alle erfolgreich absolvierten. Nach diesen eindrucksvollen Wochen\u00a0fing im M\u00e4rz dann auch das regul\u00e4re Semester des Hochschulstudiums an. 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